30 verlorene Jahre

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eröffnet am: 04.12.06 17:56 von: maxperforma. Anzahl Beiträge: 27
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04.12.06 17:56
19

Clubmitglied, 7958 Postings, 7047 Tage maxperformance30 verlorene Jahre

GESCHEITERTE INTEGRATIONSPOLITIK

30 verlorene Jahre

Von Anna Reimann

Schon 1976 warnte das Bundesministerium für Arbeit eindringlich vor den Folgen "einer völlig unzureichenden Integration von Ausländern". Wie kann es sein, dass die Politik 30 Jahre geschlafen hat, fragt Stefan Luft in seinem Buch "Abschied von Multikulti", das er heute in Berlin-Neukölln vorstellte.

Berlin - Stefan Luft, ein kleiner runder Mann mit Goldrandbrille, ist nach Berlin-Neukölln gekommen, um Schlimmeres zu verhindern. Er sei ein konservativer Mensch, es gehe ihm nicht um Umstürze. "Aber Katastrophen müssen vermieden werden", sagt Luft. Wenn sich nichts ändere, dann drohten uns hier "französische Zustände", sagt der Wissenschaftler und meint die gescheiterte Integrationspolitik in Deutschland.

SPIEGEL ONLINE

Quartiersmanager Gilles Duhem, Wissenschaftler Stefan Luft und Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky: "Abschied von Multikulti"

In der Helene-Nathan-Bibliothek in einem Neuköllner Einkaufszentrum, mitten in der "ethnischen Kolonie", wie Luft sagt, sind alle Stühle besetzt, etliche Besucher müssen stehen. Das, was Luft hier zu sagen hat, hat große Sprengkraft und Aktualität. "Dieses Thema ist die Existenzfrage unserer Gesellschaft", sagt Heinz Buschkowsky (SPD), Deutschlands wohl berühmtester Bezirksbürgermeister. In seinem Bezirk Neukölln haben sich in den vergangenen Monaten die öffentlichkeitswirksamsten Zwischenfälle ereignet - der Eklat um die Rütli-Schule zum Beispiel. Viele Zuwanderer leben hier, die soziale Situation ist schlecht. Neukölln, mit über 300.000 Einwohnern so groß wie eine mittelgroße deutsche Stadt, gilt als Problembezirk der Republik.

"Abschied von Multikulti" heißt das Buch, das Stefan Luft geschrieben hat und das er heute hier vorstellt. Auf 454 Seiten hat der Politikwissenschaftler von der Universität Bremen die Geschichte der Integration in Deutschland untersucht. Er hat über die Bedingungen, unter denen Gastarbeiter nach Deutschland angeworben wurden, geschrieben, über die Bevölkerungspolitik und die Entstehung "ethnischer Kolonien", die Bildungspolitik der siebziger Jahre bis hin zur heutigen "Bildungskatastrophe". Die bisherige Integrationspolitik habe die Zuwanderer in "ethnische Kolonien" verfrachtet und "die Gräben zwischen zugewanderten Gruppen und Einheimischen verbreitert", sagt Luft. Stadtteile, in denen viele Migranten mit geringer Bildung leben, hätten sich zu "Sackgassen" und "Mobilitätsfallen" entwickelt. Und er warnt: "Auf Dauer werden sich die chancenlosen Jugendlichen aus Migrantenfamilien nicht marginalisieren lassen". Wenn man signalisiere "wir brauchen euch nicht", müsse man sich auch über Gewalt nicht wundern.

Lufts Buch ist das erste wissenschaftliche Werk, das sich so umfassend mit der Geschichte der gescheiterten Integration in Deutschland befasst, Ursachen ausmacht, Historisches mit aktueller Analyse verknüpft - und Auswege bietet und fordert: "Wege aus der Integrationskrise" heißt das elfte und letzte Kapitel des Buches.

Ethnisch-sozialen Konzentrationen entgegenwirken

Luft schlägt vor: Stadtpolitik muss ethnisch-sozialen Konzentrationen entgegenwirken, es müssen mehr Gelegenheiten geschaffen werden, in denen Zugewanderte Deutsch sprechen müssen. Schüler nicht-deutscher Herkunft müssen gleichmäßig in den Städten verteilt werden. Kinder in "ethnischen Kolonien" müssen personell und materiell besonders gut ausgerüstete Schulen zur Verfügung bekommen, Eltern aus Zuwandererfamilien mit in die Pflicht genommen werden. Wenn die Familie aus dem Heimatland der Zugewanderten nach Deutschland nachziehe, dann "müssen wir einen Sprachnachweis fordern", sagt der Politologe. Anders werde es keine Trendwende geben.

Gewidmet hat Luft das Buch den "Menschen, die in den ethnischen Kolonien leben - um sie zu verstehen."

Neuköllns Bürgermeister Buschkowsky ist begeistert. Schon oft hatte Buschkowksy das Ende von "Multikulti" ausgerufen und die "Gutmenschen-Mafia" beschuldigt, mit ihrer Political Correctness, die wachsenden Probleme schön geredet oder ignoriert zu haben. Dafür hat er sich Prügel aus seiner eigenen Partei eingehandelt. Jetzt hat Luft seine Thesen wissenschaftlich unterfüttert.

"Bis zur letzten Seite habe ich das Buch gelesen", so Buschkowsky. Eigentlich müsse der Titel des Buches "Die nicht stattgefundene Integrationspolitik und ihre Folgen", heißen, erklärt er und schlägt Lufts Buch auf, das er mit Dutzenden kleinen Klebezettel versehen hat. Einige Stellen liegen ihm besonders am Herzen:

Buschkowsky zitiert von Seite 115. Dort steht: "Die Gefahren, die sich aus einer völlig unzureichenden sozialen Integration der Ausländer ergeben, müssen von der deutschen Bevölkerung sehr ernst genommen werden - Wolfgang Bodenbender, Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung."

Kampf gegen das Patriarchat und kaum vorstellbare Ignoranz

Das Zitat ist aus dem Jahr 1976. 30 Jahre, die den Bürgermeister auf die Palme bringen: "Mein Gott. wenn man das alles wusste, warum ist dann so wenig geschehen?", ruft er in den Raum. Man könne nun vor Luft nur den Hut ziehen. Sein Buch müsse zur Pflichtlektüre aller werden, die sich mit Integrationspolitik beschäftigen, so der SPD-Politiker.

Buschkowsy hat gesprochen - nun steht ein Praktiker am Sprecherpult. Gilles Duhem, Quartiersmanager des Neuköllner Rollbergviertels, das als Projekt des sozialen Wohungsbaus in den siebziger Jahren entstand, wo heute mehr als dreißig Nationalitäten leben und vierzig Prozent arbeitslos sind. "Mit diesem Buch ist alles gesagt", hebt er an. Der Dreh- und Angelpunkt seines Handelns sei das, womit Lufts Buch endet. Der Auseinandersetzung um die Regeln des Zusammenlebens dürfe nicht ausgewichen werden. "Was wir brauchen ist ein schlüssiges Handeln, dem ein solides Selbstbewusstsein zugrunde liegt. Die Bundesrepublik hat als demokratischer und sozialer Rechtsstaat viel zu bieten. Sie ist ein Raum der Freiheit und des Rechts und unterscheidet sich damit von vielen Herkunftsländern der Zuwanderer in Deutschland", zitiert Duhem aus dem Buch.

Täglich führten er und seine Kollegen einen Kampf gegen "Archaisches, das Patriarchat und eine Ignoranz, wie man sie sich kaum vorstellen kann", so Duhem. Auch ihn habe das Datum vieler Quellen in dem Buch entsetzt. "Was haben wir nur 30 Jahre lang gemacht?", fragt er. "Jetzt muss ein Ruck durch die deutsche Gesellschaft gehen und die Migranten müssen mit auf die Reise genommen werden", sagt er. Wenn es nicht gelänge, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, "wird Europa explodieren".

Aber der aus Frankreich stammende Quartiersmanager ist auch Optimist. Der große Vorteil sei, dass es in Deutschland eine "ungeheure Kraft des Konsenses" gebe. Im Gegensatz zu Frankreich habe er für Deutschland viel größere Hoffnungen, dass alle Akteure an einen Tisch gebracht werden.

Am Ende der Buchvorstellung gibt Wissenschaftler Luft hinter den Regalen der Bücherei Kurzinterviews und wird für Zeitungen fotografiert. Es ist hier fast wie auf einem Klassentreffen der Multikulti-Warner: Im Saal ist auch die Soziologin und Autorin Necla Kelek, die den politischen Islam scharf kritisiert. Luft hat sie oft in seinem Buch zitiert, aber persönlich haben sich die beiden noch nie getroffen. "Ich danke ihnen dafür, dass ich mir den Mund jetzt nicht mehr alleine fusselig reden muss", begrüßt Kelek den Wissenschaftler. Seine Thesen nämlich könne sie so unterschreiben. Und wenn man ihr vorwerfe, die Forschungsbasis ihrer Bücher sei nicht breit genug, dann können "wir uns beide ja wunderbar ergänzen", so Kelek.

 

gruß Maxp.

 
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1 Postings ausgeblendet.

04.12.06 18:26
5

8541 Postings, 5455 Tage kleinlieschen30 Jahre nix passiert, plus

30 Jahre nur Mist gemacht, ergeben eigentlich schon 60 Jahre.

Gruß - kl.  

04.12.06 18:35
6

35854 Postings, 6043 Tage TaliskerKrass, aber oke

JAN FEDDERSEN über PARALLELGESELLSCHAFT
"Krass, aber oké!"
Seltsam, aber: Türkische Jugendliche wissen, wie sie gegen türkische Jugendbanden vorgehen würden

Montagmorgen, mein arabischer Frisörsalon des Vertrauens hat eben gerade eröffnet. In der Couchgarnitur sitzen vier Erwachsene, zwei Männer, zwei Frauen. Mohammed, Ayse, Tarik und Cigdem. Statt branchentypisch Aufgeräumtheit der Kundschaft zu zeigen: eine nicht einmal böse wirkende Desinteressiertheit. Einer sagt: "Müde", eine erwidert: "Die Kinder letzte Nacht konnten wieder keine Ruhe geben", worauf der andere meint, "war das langweilig gestern Abend" und die jüngste nur "Montag ist scheiße!" ausbringt.

Der Laden ist multikulturellster Art, hier werden Männer wie Frauen geschoren, der Gegend angemessen haben die Frauen ein eigenes Zimmer, in das die Männer auch nicht eintreten dürfen, manche haben ein Kopftuch ums Haupt gewickelt, andere kommen herein und sagen: "Ich brauche ein anderes Leben", also eine andere Frisur. Deutsche die meisten, manche seit Generationen eingeboren, andere türkischer, arabischer, mazedonischer Färbung, aber wen interessiert das schon?

Mitten in Neukölln hat man von sich selbst kein ruiniertes Bewusstsein und will auch gar nicht wissen, dass die Welt draußen von einem wie von einem chancenlosen Nest spricht. Deutsch im kulturellen Sinne jedenfalls sind sie alle. Öde, kaum entspannende Wochenende, abends zuvor beim Fernsehen hängen geblieben, sich fast Tode gezappt und doch nichts Spannendes gefunden, "war was mit Kultur", teilt Mohammed mit, aber dann ist er doch lieber mit Freunden eine Runde Karten spielen gegangen.

War neulich nicht gleich nebenan schwer Randale? Polizei, Jugendliche mit allem drum & dran? Mit fiesen Vokabeln ("Bullenschwein" gegen "Ali, bald schmeißen wir dich raus"), niemand weiß ja genau, was da bei diesen wüsten Zusammenrottungen passiert ist. Sicher, denkt sich der Traditionsdeutsche, was Rassistisches. Blöde Polizei, tapfere türkische oder arabische Jungs, die doch nur eine Chance wollen und nicht nur Hartz IV oder so.

Wir als gutherzige, schuldbewusste und verantwortungsstarke Altdeutsche wissen doch: Mag ja alles hübsch sein mit dem Zusammenleben aller, vor allem in den prekären Quartieren, aber unter der Decke, da schlummert gemeinster Hass gegen alle Einwanderer. Da muss man wachsam sein und darf nie verzagen, anzuprangern und Mitgefühl zu zeigen.

Sagt dann plötzlich Ayse: "Isch hätt die sofort kassiert", wie bitte?, und Tarik meint, "sollen mal lieber Fernsehen gucken oder Sex haben", woraufhin Cigdem sehr aufgewacht anfügt, "und dann noch einen auf Sozialhilfe machen, bei uns in der Familie wär das unmöglich, arbeiten oder nicht einen auf dicke Hose machen", und man innehält, weil das doch nun echtes Gossendeutsch ist, aber ehe die Überlegung über mangelnde Sprachsensibilität in den Schulen zum Ende reifen will, bündelt Mohammed die Schose in einem: "Ich würde die rausschmeißen, sofort, Ausländer haben wir doch genug."

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass all diese Bekundungen so völlig frei vom Kommisston klangen - eher weich, grundiert durch letzte Spuren arabischer oder türkischer Sprechmelodien hörte es sich an. Dennoch und empörenderweise, möchten wir doch sagen, konnte das nicht akzeptiert werden. "Aber die haben keine Jobs, die brauchen Perspektive, Brot, nicht nur Spiele!" Die Runde sackte wieder in sich zusammen: "Und? Jobs? Können hier anfangen. Haare ausfegen. War neulich einer da, wollte aber gleich schneiden. Ich sagte, nee, geht nicht, erst lernen."

Cigdem fällt ihm ins Wort: "Wollte aber nicht, wa!" Und steckt sich eine an, noch immer keine Kundin, die sich wenigstens die welligen Haare glattbürsten lassen möchte. Tarik winkt ab, rührt schon mal Rasierschaum im Alubecher an: "Gestern war Polizei hier, nett, total nett. In der Pause mal eben Konturen schneiden." Aber die armen Opfer Ayse wird jetzt grundsätzlich: "Arm? Arbeiten die? Nein? Nicht? Dann sollen sie arm sein."

Eine alte Frau, Typ neuköllnische Rentnerin, die sich ihr Viertel auch nicht muslimisch gewünscht hat vor fuffzig Jahren, aber wo das jetzt so ist, eben es nimmt, wie es ist, kommt herein und sagt: "Frollein Ayse, dann wollen wir mal." Schlägt eine Illustrierte auf, zeigt auf ein Foto von Nina Ruge und sagt: "So sollen meine Haare hinterher auch aussehen." Ihre Frisörin lacht und sagt: "Na super, endlich mal eine mit Mut", und holt Tee und Gebäck.

Tarik verlässt für zwei Stunden den Laden, er muss zum Deutschkurs. "Klasse. Aber die Lehrer, der eine nuschelt so. Ist nicht so leicht, bei dem zu lernen." Mohammed hat die Klinge eingespannt, erzählt von McFit und dass dort das Duschen extra kostet, von der Apotheke, wo es "echt super Kraftpulver gibt", von seiner Prüfung in zwei Wochen, von der abhängt, ob er endlich Deutscher wird - und ich möchte ihm sagen: Alles richtig gemacht. Und jetzt bitte einmal kürzer den Bart, diesmal als Goatee, bitte! Klar, geht in Ordnung, weil: "Krass, aber oké!"

Fotohinweis:
JAN FEDDERSEN
PARALLELGESELLSCHAFT
Fragen zum Wrangelkiez
kolumne@taz.de
Morgen: Jörn Kabisch DAS GERICHT

taz vom 4.12.2006, S. 14, 165 Z. (Kommentar), JAN FEDDERSEN

http://www.taz.de/pt/2006/12/04/a0132.1/text
 

04.12.06 19:17
2

8541 Postings, 5455 Tage kleinlieschenso isses!

Die Jugendbanden lachen sich schlapp, wenn sie unser Multikultigelaber hören-
und die jüngeren Geschwister wissen auch gleich,
was sie sich hier alles rausnehmen können.

Und das Allerblödeste ist, einen Vorwurf kann man denen garnicht machen.

Denn eigentlich müßte die ganze Politikerriege der vergangenen 30 Jahre eine Versäunisklage in Milliardenhöhe an den Hals kriegen. Damit ließen sich dann auch vernünftige Schulungen finanzieren :-)

Gruß - kl.  

04.12.06 19:18
1

7448 Postings, 5202 Tage 2teSpitzeIn unserer

Multi-Kulti-Gesellschaft gibt es eben welche, die sich integriert haben. Leider zu viele, die es eben nicht gemacht haben. Das ist der Zündstoff.

Spitze  

04.12.06 19:24

129861 Postings, 5982 Tage kiiwiiebenso neugierig wie erwartungsvoll begann ich # 4

zu lesen und glaubte eine Sekunde lang, einen Erfahrungsbericht des geschätzten Posters himself vor mir zu haben, bis ich zu meiner Enttäuschung bemerken mußte, daß er lediglich aus der Zeitung seines Vertrauens zitiert hat...

what a pity

.
.
MfG
kiiwii

P.S.: "Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben" (B.R.)
 

04.12.06 19:28
2

8541 Postings, 5455 Tage kleinlieschendas Problem ist, sobald sie sich

integriert haben, ziehen sie aus dem Viertel weg.
Ergbnis - die sich nicht integrieren wollen sind nach einiger Zeit ganz unter sich und bestimmen die Regeln.

Sone Viertel gibts übrigens auch in Charlottenburg, Spandau, Moabit und Wedding sowieso,
aber die Spitze ist eindeutig Kreuzberg SO36 und die Gegend um den Hermannplatz.

Mit Polizeigewalt ist da schon lange nix mehr zu machen.

Gruß - kl.  

04.12.06 20:02
5

6506 Postings, 6810 Tage Bankerslastes bedarf keinesfalls eine Literatur

eines Stefan Luft. Der Bürger, der Nachbar, der Freund weiß das schon seit 30 Jahren.
Und niemand hat auf sie gehört. Die Rechnung darf er - der profane Bürger - aber bezahlen.  

05.12.06 09:30
1

11123 Postings, 5400 Tage SWayEs gibt keine Integrationsprobleme es gibt

bestenfalls Einzefälle und die auch nur sehr vereinzelnt...

 
Angehängte Grafik:
Alles_Gut.jpg
Alles_Gut.jpg

05.12.06 10:26
5

10041 Postings, 6499 Tage BeMiWenn man

in ein fremdes Land kommt,
integriert sich der Normalbürger selbst
aus Eigeninteresse:
- Er lernt die fremde Sprache.
- Passt sich in seinen Gewohnheiten dem Gastgeber an.
- Akzeptiert das Rechtssystem.
- Sucht Kontakte zu Einheimischen.
- Hält sich unauffällig zurück
  usw.

Denn er ist ja nur Gast.

Nicht der Staat ist für die Integration verantwortlich,
sondern der Einzelne, der fremde Gast,
der etwas von dem Gastland will,
nämlich Arbeit und soziale Fürsorge.  

05.12.06 10:33
6

50060 Postings, 5976 Tage SAKUAha...

Darum gibt es in Spanien auch die ganzen deutschen Siedlungen, weil man sich integriert und die Sprache lernt und Kontakte zu Einheimischen sucht und so... wir sind nicht soooo viel besser!

Nichtsdestdennoch: Wenn sie die Spielregeln hier nicht akzeptieren, sollten sie nciht mitspielen dürfen. Meine Omma sagte immer: "Fühl dich wie zu Hause - aber benimm dich nicht so!"
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05.12.06 10:36
5

11123 Postings, 5400 Tage SWayHey SAKU wieviele der "deutschen Siedlungen"

in Spanien sind denn mit 90% Menschen gefüllt die von spanischer staatlicher Vollversorgung leben ohne Zwang ein einziges Wort Spanisch zu können ?  

05.12.06 10:42
1

50060 Postings, 5976 Tage SAKUHey sway

90%?? Is diese Zahl gesichert?!?

Komm schon - Diplomklugscheißen kann ich auch - schau nochmal nahc, was ich geschrieben hab, worauf ich mich bezogen hab uva was meine Kernaussage ist.
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05.12.06 10:43
5

6506 Postings, 6810 Tage BankerslastSAKU, so kann man das nicht

stehen lassen. In Spanien gibt es so gut wie keine "Deutschen Siedlungen". Es gibt viele Deutsche die dort als Residenten leben. Vereine gegründet haben, die nicht gerade für Spanien landestypisch sind und Kontakte untereinander pflegen. Urbanisationen sind besiedelt von Deutschen, Schweizern, Spaniern, Franzosen, Holländern, Russen. Bunt gemischt.
Problemstellungen, wie sie sich hier in Deutschland ergeben haben, würde der Spanier nicht zulassen.  

05.12.06 10:46
1

50060 Postings, 5976 Tage SAKU@bankerslast:

Für dich gilt auch #14...

Meine Fresse - lest doch nicht immer nur das, was ihr lesen wollt, weil's euch in den Kram passt.
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05.12.06 10:48
3

10041 Postings, 6499 Tage BeMiSaku, zu P 12

Das habe ich keineswegs behauptet.
Vielleicht sind die nicht integriert,
leben aber friedlich und still
und vor allem nicht vom spanischen Staat.
Geh mal dagegen z.B. nach Berlin ...

Grüsse
B.  

05.12.06 11:14
3

50060 Postings, 5976 Tage SAKUbemi...

nicht du auch noch.

"Wenn sie die Spielregeln hier nicht akzeptieren, sollten sie nciht mitspielen dürfen. Meine Omma sagte immer: "Fühl dich wie zu Hause - aber benimm dich nicht so!"" habt ihr aber alle gelesen, oder?!?!?!?!?

Himmel Gesäß und Nähgarn! Vom Integrierwillen ist keiner(!!!) beseelt. Warum gibt es z.B. Chinatown, Little Italy etc...?! Und warum klappt das Zusammenleben in Städten wie etwa NYC (um beim Beispiel zu bleiben) dann so gut? Mal abgesehen davon, dass man durhc gewisse Viertel dort auch nicht alleine und schon gar nicht N8s durchmarschieren sollte  - is aber nen anderes Thema. Klappt es wirklich so gut? Oder gibt es auch dort Subkulturen? Warum wohl bieten Latinos Latinos den Englischkurs an?

Wenn wir strenger durchreifen (in welcher Form auch immer) würden, wäre das ganze einfacher, das ist richtig. Aber gleichzeitig müssen wir doch auch etwas offener werden. Ich für meinen Teil finde es zB viel leichter, in ne gemischte Gruppe zu kommen als in ne rein deutsche Gruppe - ihr Reinrassigen *gg* seid doch ziemlich reserviert, Neuen gegenüber...
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05.12.06 11:40
2

8541 Postings, 5455 Tage kleinlieschenEin "kleines bißchen" verantwortlich sind

aber schon auch die diversen Bundesregierungen und die deutsche Wirtschaft.

Im Gegensatz zu den Pensionisten und sonstigen deutschen Dauerwohnern in Südeuropa
wurden schließlich z.B. die Türken in Massen eingeladen, als Gastarbeiter nach Deutschland zu kommen.
Weitergehende Gedanken über einen möglichen Daueraufenthalt hat sich natürlich keiner gemacht - und wenn, dann nur klammheimlich.

Aber wie immer, bewirken erst das "perfekte" Zusammenspiel mehrerer Ursachen die heutigen Mißstände.
Patriachalische Moslime in einer christlichen Demokratie, die zu der Zeit auch noch mit Studentenrevolte etc. zutun hat - perfekter "Nährboden" kann ich da nur sagen.
Die dabei entstandene Subkultur konnte dann folgerichtig unter dem "warmen Multikultizelt" auch prächtig gedeihen.

Gruß - kl.
 

05.12.06 13:54

15130 Postings, 6765 Tage Pate100saku

"ihr Reinrassigen *gg* seid doch ziemlich reserviert, Neuen gegenüber..."
das würde ich aber auch nicht zu sehr verallgemeinern.
 

05.12.06 15:02

50060 Postings, 5976 Tage SAKUNuja pate...

DU bist ja auch n Ossi - also auch nicht reinrassig ;o))))

Hast aber schon Recht - definitiv nicht alle!
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05.12.06 15:07
2

35854 Postings, 6043 Tage TaliskerNu drück mal nicht so auf die Tränendrüse, SAKU

Damals in Niederreiherfluss haben wir uns zumindest bemüht (ich ganz besonders), dich dein Anderssein nicht allzu deutlich spüren zu lassen, auch wenn es nicht immer leicht fiel. Selbst deinen garstigen Schnapps haben viele aus Höflichkeit nur bei ganz sicherem Wegschauen deinerseits in die Rabatten gegossen.
Also, immer fair bleiben.
Gruß
Talisker  

05.12.06 15:27
1

50060 Postings, 5976 Tage SAKUFieser Möp!

Allmitnander! ;o)
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05.12.06 16:52
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Clubmitglied, 43228 Postings, 7145 Tage vega2000@SAKU

Es geht hier doch gar ncht um die Mißlungene Integration, es geht ums Geld das uns die Kuffnukken wegnehmen & die Arbeitsplätze die sie besetzen. In einer Wohlstandsgesellschaft gehört Neid zum guten Ton & wenn die Gehälter nicht mehr steigen & die Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren brauchen sie einen Schuldigen.

Da kommen uns die Ausländer gerade recht!

Die zunehmende Ausländerunfreundlichkeit hängt u.a. mit den Kosten der Wiedervereinigung zusammen. Überall dort, wo der Bürger für die Zukunft Geld zurückgelegt hat wurde von den Verantwortlichen geplündert was das Zeug hält (die Renten wären sicher wenn damit nicht u.a. die Kosten der Wiedervereinigung finanziert würden). Jetzt, wo die Fehler beim Zusammenschluß beider Deutschen Staaten immer deutlicher zu Tage treten, jetzt wird geschickt über die Medien davon abgelenkt (nicht unerwähnt möchte ich lassen das Teile der aktuellen Bundesregierung an dem Desaster beteiligt waren).

Kann hier jemand von den Befürwortern der "gescheiterten Intergration" mal bitte eine gelungene Integration darstellen? An der Sprache allein kann es ja nicht liegen, denn wenn man die als Maßstab ansetzt, können wir die Hälfte der Deutschen ausbürgern!  

05.12.06 17:02
2

12175 Postings, 6911 Tage Karlchen_IIStellt sich erstmal die Frage, was Integration

überhaupt sein soll. Gibt es denn ein für Alle maßgebliches Schema, an dem man sich orientieren kann?

Also - mir ist immer noch der freundliche Gemüsehändler in Wedding lieber als der aufgeschwämmte Nazi in einem Brandenburger Nest, der von ALG II lebt und große Töne spuckt. Und mir sind auch alle meine ausländischen Kollegen lieber als ein Schützenkönig in einer westdeutschen Kleinstadt, von dem alle Welt dort weiß, dass er als Bauunternehmer sein tolles Eigenheim über Mauscheleien im Stadtrat finanziert hat. Aber vor dem hat man Respekt, weil er regelmäßig in die Kirche geht.  

05.12.06 17:19
1

Clubmitglied, 7958 Postings, 7047 Tage maxperformanceist der Nazi nicht aufgeschwemmt?

05.12.06 17:30

12175 Postings, 6911 Tage Karlchen_IINee - meinte Schwamm. Bierschwamm. o. T.

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