25:10! Germanen deklassieren Köllerbach und

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neuester Beitrag: 25.01.10 15:50
eröffnet am: 18.01.10 09:15 von: oliweleid Anzahl Beiträge: 6
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18.01.10 09:15

4261 Postings, 4660 Tage oliweleid25:10! Germanen deklassieren Köllerbach und

25:10! Germanen deklassieren Köllerbach und stehen vor dem größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte

Die Luft in der Walzbachhalle brannte. Dicht gedrängt verfolgten die knapp 2.000 Zuschauer den Halbfinal-Hinkampf zwischen dem SV Germania und dem KSV Köllerbach. Was sie zu sehen bekamen, waren eine absolute Galavorstellung der Gastgeber und eine Ringsportshow, die ihres gleichen sucht!

Spätestens beim Blick auf die Mannschaftsaufstellungen wurde klar, dass die Germanen an diesem Abend nichts unversucht lassen würden und ihren Traum von der ersten Finalteilnahme überhaupt nun endlich wahr machen möchten. So hatten sie Marcel Ewald erstmals seit drei Jahren wieder für das 55 kg-Limit "abkochen" lassen und Oleg Boikov nahm zum ersten Mal in dieser Saison den Platz in der Klasse bis 60 kg ein. Bei den Gästen aus Köllerbach hingegen konnte der kurzfristige Ausfall des Polen Radoslaw Marcinkiewicz nicht kompensiert werden und so musste der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister die Reise nach Weingarten in Unterzahl antreten. Nachdem Andy Carl, Erfinder des legendären "Germania-Lieds", die HipHop-Formation "Vibrations" und die junge Marielle Mieden mit der Nationalhymne das Publikum gehörig angeheizt hatten, konnte es dann auch endlich losgehen ...

Zum Auftakt mussten die Germanen aber einen gehörigen Tiefschlag verkraften. Der Schuss ging im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los und so musste sich der vom vielen Abnehmen gebeutelte Marcel Ewald mit 0:3 geschlagen geben. Vor seinem Gegenüber, dem inzwischen 43-jährigen Ex-Weltmeister Vladimir Togusov, kann man allerdings nur den Hut ziehen. Er zeigte auch diesmal wieder eine tadellose Leistung und sicherte dem KSV auf verdiente Art und Weise die ersten Zähler. Psychologisch wertvoll war allerdings auch die anschließende Reaktion der Germanen. Superschwergewichtler Mihaly Deak-Bardos wählte gegen Yannick Szczepaniak zunächst zwei Mal die Bodenlage, drehte den Franzosen in der dritten Runde dann aber doch noch durch und feierte so einen 3:0-Erfolg. "Es war wichtig, dass Michi keine Runde abgibt und wir gleich den Ausgleich schaffen", resümierte der sportliche Leiter des SVG, Sebastian Mayer. Endgültig auf Betriebstemperatur kamen die zahlreichen Weingartener Ringsportfans beim darauffolgenden 3:1-Sieg von Oleg Boikov. Gegen Venelin Venkov gelang dem Ukrainer im ersten Kampfabschnitt eine atemberaubende 5er-Wertung, die zweite Runde sicherte er sich durch eine Verwarnung. Anschließend schienen die Kräfte des Ukrainers aber zu schwinden und so war er nach der mit 1:6 verlorenen dritten Runde auch im vierten Kampfabschnitt nur noch passiv. Als Venkov dann aber freiwillig die Bodenlage wählte und die vermeintliche Schwäche des völlig entkräftet wirkenden Boikov ausnutzen wollte, schlug eben dieser eiskalt zurück. Mit aller Gewalt schaffte der Germane noch einen Dreher, sicherte seinem Team den zweiten Einzelsieg an diesem Abend und wurde mit minutenlangen Sprechchören gefeiert. Johannes Kessel stand anschließend kein Gegner gegenüber und so konnte der SVG seine Führung kampflos auf 10:4 ausbauen. Im letzten Duell vor der Pause traf Weingartens Gergö Wöller auf den Bulgaren Ismail Redzhep. Mit einem Konter in der Schlusssekunde sicherte sich der Ungar die hart umkämpfte erste Runde, anschließend hatte er das Gefecht jedoch fest im Griff und fuhr ein souveränes 3:0 ein.

Rene Zimmermann hatte gegen Jan Fischer fast alles richtig gemacht und wäre mit einer 0:1-Niederlage vollauf zufrieden gewesen. Eine einzige Unaufmerksamkeit des Germanen nutzte der Deutsche Meister im Trikot des KSV Köllerbach aber dann aus, um seinen wenig glanzvollen Auftritt doch noch mit drei Zählern zu "belohnen". Als Ionut Panait sich anschließend aber überraschend deutlich mit 3:1 gegen Sylvester Charzewski durchsetzen konnte, war der SVG endgültig in die Siegerstraße eingebogen. 3:0, 0:1, 3:0 und 4:0 hieß es am Ende eines wahren Kraftakts aus Sicht des Rumänen. Bei den Zuschauern, darunter übrigens auch der langzeitverletzte Szabolcs Laszlo und Ex-Germane Adrian Mazan, machten sich nun endgültig die Finalträume bemerkbar. Arpad Ritter nutzte diese Euphorie und gab dem jungen Gabriel Seregelyi mit 3:0 das Nachsehen. In der dritten Runde gelang dem Ungarn dabei eine richtig schöne 3er-Wertung. Ein einziger Augenschmaus war unterdessen das Duell der beiden Freistilasse Andrej Stadnik und Andrej Shyyka. Der amtierende Europameister und Vize-Olympiasieger im Trikot des SV Germania wollte sich unbedingt für seine 0:3-Niederlage gegen Shyyka während der Gruppenphase revanchieren. Das gelang ihm auch – und wie! Bei einem wahren Feuerwerk an technischen Wertungen behielt der Ukrainer letztlich mit 4:3, 1:0 und 5:3 die Oberhand. Shyyka war nach Weingartens Marcel Ewald damit schon der zweite Sportler an diesem Abend, dem die Belastungen eines in den Tagen zuvor absolvierten Konditionslehrgangs mit der Nationalmannschaft unübersehbar in den Knochen steckten. Dies aber nur am Rande. Adam Juretzko konnte sich im abschließenden Duell des Abends mit 3:2 gegen Konstantin Schneider durchsetzen und rundete so eine überragende Leistung der gesamten Weingartener Mannschaft würdig ab. Auf der Anzeigetafel flimmerte das sensationelle Endergebnis von 25:10 zu Gunsten der Germanen, die Fans lagen sich in den Armen und Mihaly Deak-Bardos trug Trainer Frank Heinzelbecker quer durch die Walzbachhalle. Die Chance, Geschichte zu schreiben und erstmals ins Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft einzuziehen, ist größer denn je. 15 Punkte Vorsprung nehmen die Germanen mit in den Rückkampf am kommenden Samstag in Köllerbach, das muss einfach reichen ...

 

Die Einzelergebnisse im Überblick

Kl.SV Germania Weingarten KSV AE KöllerbachR1R2R3R4R5Gesamt
55F Marcel Ewald   Vladimir Togusov 0:4 0:1 0:1 0:3
120G Mihaly Deak-Bardos   Yannick Szczepaniak 1:0 1:0 1:0 3:0
60G Oleg Boikov   Venelin Venkov 6:0 2:0 1:6 1:0 3:1
96F Johannes Kessel   unbesetzt 0:0 4:0
66F Gergö Wöller   Ismail Redzhep 1:0 4:0 2:0 3:0
84G Rene Zimmermann   Jan Fischer 0:1 0:1 0:1 0:3
66G Ionut Panait   Sylvester Charszewski 3:0 0:1 3:0 4:0 3:1
84F Arpad Ritter   Gabriel Seregelyi 1:0 2:0 4:3 3:0
74F Andrej Stadnik   Andrij Shyyka 4:3 1:0 5:3 3:0
74G Adam Juretzko   Konstantin Schneider 3:1 0:1 3:1 0:1 1:0 3:2
Endergebnis: 25:1016.01.2010

 

 


Schauen Sie sich die Impressionen des Kampfes an
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oliweleid

18.01.10 09:17
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1847 Postings, 5731 Tage MeierKöllerbach ist lange nicht mehr so stark

wie noch vor einigen Jahren.  

18.01.10 09:28
1

4261 Postings, 4660 Tage oliweleidImmerhin

ist Köllerbach der amtierende dt. Meister und war das auch die 2 Jahre davor.
Ich war am Sa. in der Halle und muss sagen das war ne geile Show.

Nächste Woche gehts nach Köllerbach...
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oliweleid

18.01.10 09:38
1

1847 Postings, 5731 Tage MeierUnd so sehen es die Ringer vom KSV Köllerbach

Im ersten Halbfinalkampf um die Deutsche Ringermannschaftsmeisterschaft schienen sich alle Ringergötter gegen den amtierenden Meister KSV Köllerbach gewandt zu haben. Denn bereits im Vorfeld bekamen die KSV-Verantwortlichen die unangenehme Nachricht, dass Radoslaw Marcinkiewicz von seinem Nationaltrainer Marek Garmulewicz ( Ex-KSV Ringer) keine Freigabe für das Wochenende erhalten würde, da in Polen die nationalen Titelkämpfe stattfinden würden. So konnte man zwar Garbiel Seregelyi auf seine angestammte Gewichtsklasse ( 84 kg ) abtrainieren lassen, musste jedoch infolge dessen die 96 kg Freistilklasse unbesetzt lassen, da Georgi Sredkov wegen seiner Schulterverletzung immer noch nicht einsatzfähig war.
Hoffnung keimte bei Ringern, Trainern und den über 300 mitgereisten Fans ( vielen Dank für die tolle Unterstützung ) auf, als Vladimir Togusov den deutschen Nationalmannschaftsringer Marcel Ewald klar im Griff hatte und souverän mit 3:0 Runden und 6:0 technischen Wertungen besiegen konnte.
Im Schwergewichtskampf gab es dann die erste von insgesamt 8 Niederlagen, da Yannick Szczepaniak gegen den 5-fachen Vizeweltmeister Mihaly Deak-Bardos aus Ungarn mit 3:0 Runden das Nachsehen hatte.
Ein weiterer Schlüsselkampf ging dann in der 60 kg gr./röm. Klasse verloren. Denn Venelin Venkov hatte die Möglichkeit, nach 1:2 Rückstand, in Runde 4 den völlig ausgepumten Oleg Boikov in die Bodenlage zu schicken, wählte aber diese für sich selbst, was sich als fataler Fehler herausstellen sollte. Er wurde, zum Entsetzen der KSV-Anhänger, von Boikov mit letzter Verzweiflung gedreht und verlor somit mit 1:3 Runden.
Da die 96 kg Klasse, wie schon erwähnt, auf Köllerbacher Seite unbesetzt blieb, bekam Johannes Kessel 4 Mannschaftspunkte geschenkt.
Somit stand es nach 4 Kämpfen bereits 10:4 für die Nordbadener und die Halle kochte...
Zum dritten Mal in dieser Saison traf Ismail Redzhep auf seinen " Angstgegner " Gergoe Woeller. Auch diesmal hatte Ismo keine Chance gegen den körperlich kompakten Ungarn und verlor glatt mit 0:3 Runden und 0:7 Punkten. Somit ging man mit einem 9 Punkterückstand, mit 4:13, in die Pause. Da musste man schon auf ein kleines Wunder in den nächsten 5 Kämpfen hoffen, dies blieb aber leider aus....
Den einzigen Sieg im zweiten Kampfabschnitt verbuchte Vorzeigeathlet Jan Fischer gegen seinen ewigen Nationalmannschaftskontrahenten Rene Zimmermann mit 3:0 Runden. Noch ein Mal sprang ein kleiner Hoffnungsfunke auf Mannschaft und Fans über. Doch dieser erlosch schnell, als Sylwester Charzewski, noch immer nicht in Vollbesitz seiner Kräfte ( Innenbandabriss ), gegen Ionut Panait mit 1:3 Runden und 1:10 Punkten unterging.
Auch Gabriel Seregelyi brachte nichts Zählbares gegen den cleveren Mattenfuchs Arpad Ritter zustande. Er verlor klar mit 0:3 Runden und 3:7 Punkten. Das Desaster nahm seinen Lauf....
In dem mit Spannung erwarteten Duell der beiden Spitzenringer Andrej Stadnik und Andrej Shyyka konnte der Weingartner Kämpfer sich für die Vorrundenniederlage revanchieren. Shyyka schien nach dem Konditionslehrgang des deutschen Ringerbundes ausgepumt und es gelang ihm nicht, seine sonst so gefürchtete Schnelligkeit auszuspielen. Weitere 3 Punkte auf das Weingartner Punktekonto und das Aus für alle Hoffnungen des KSV auf Ergebniskosmetik!
Denn im letzten Kampf des Abends trafen wieder einmal die alten Haudegen Adam Juretzko und Kosta Schneider aufeinander. Das 5-Runden Duell entschied der Nordbadener mit 3:2 für sich und das Endergebnis lautete somit 25 : 10 für den SV !
Mit 9 Ringern ist es nicht möglich, in einem Halbfinalkampf auch nur annähernd zu bestehen. Wenn dann auch noch alle Schlüsselkämpfe verloren gehen, kommt es zu einer derart hohen Niederlage. Die Gründe dafür müssen jetzt analysiert werden, denn durch das Fehlen des Polen Radoslaw Marcinkiewicz schien das KSV-Team sichtlich geschockt und konnte seine Normalform nicht abrufen. Lediglich die Auftritte von Togusov und Fischer waren eines deutschen Meisters würdig. Für den Rückkampf am kommenden Samstag ist die Ausgangslage mehr als ungünstig. Es bleibt jedoch ein kleiner Hoffnungsschimmer auf ein " Wunder von Köllerbach ", denn im Sport ist alles möglich und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! Sollte es nicht zum Finaleinzug kommen, hat der KSV dennoch sein gestecktes Saisonziel, das Halbfinale, erreicht und die Ringer haben in der laufenden Saison in vielen Kämpfen ihre Fans begeistert. Unterstützt unser Jungs am Samstag, sie werden alles geben!  

18.01.10 09:51

4261 Postings, 4660 Tage oliweleidDas wird nochmal spannend

nächste Woche. Noch ist Weingarten nicht im Finale.
Man hat auch schon 29 : 6  gegen Köllerbach verloren...

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oliweleid

25.01.10 15:50
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4261 Postings, 4660 Tage oliweleid17:20 Auswätssieg!

Somit wird es am kommenden Wochenende ein badisch (Weingarten) - schwäbisches (KSV Aalen) Finale um die deutsche Meisterschaft geben!

Ich freu mich!
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oliweleid

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