Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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neuester Beitrag: 26.05.20 14:22
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 110599
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04.11.12 14:16
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20752 Postings, 6029 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage


Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
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Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 

 
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26.05.20 00:58
2

46375 Postings, 4371 Tage Fillorkilleine schlüssige Gegenposition darstellt zu Fill

Das hier ist der Common Sense zu Hitlers Volksstaat im demokratischen Spektrum:

...in den vergangenen Jahren hat sich das Interesse an der Geschichte der NS-Diktatur auf bemerkenswerte Weise verschoben. Nicht mehr die Frage nach dem Ausmaß an Repression gegenüber der deutschen Bevölkerung steht im Vordergrund, sondern die Frage, warum das Regime, vor allem in der Zeit von etwa 1936 bis 1943, von einer so breiten Zustimmung getragen wurde. Mehrere plausible Antworten werden diskutiert. Auf der einen Seite verweist man auf die materiellen Interessen, auf die durch die Ausplünderung der besetzten Länder ermöglichten hohen Sozialleistungen für die deutsche Bevölkerung etwa oder auf das große Ausmaß persönlicher Bereicherung im Zuge der "Arisierungen". Zum anderen wurde das Ausmaß der politisch-ideologischen Zustimmung zum Regime betont, anzutreffen insbesondere... https://www.zeit.de/2011/14/L-P-Gross

Die Querfront aus Exstalinisten, Neostalinisten und Bekämpfern des 'Linksfaschismus' bewegt sich ausserhalb dieses Spektrums. Ihr Witz, dessen kommissarischen Vertreter hier im Forum als isolierten Spinner zu markieren, ist allerdings bereits etwas ausgelutscht.

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relativism is vulgar materialism, thought disturbs the business

26.05.20 07:55
"Bei den angepeilten Staatshilfen für die strauchelnde Lufthansa bahnt sich ein offener Konflikt zwischen Bundesregierung und EU-Kommission an."

+

"EU: Lufthansa muss Start- und Landerechte abgeben
Laut eines Berichts des „Handelsblatt“ plant die Kommission, der Lufthansa aus wettbewerbsrechtlichen Erwägungen wertvolle Start- und Landerechte an den Hauptstandorten Frankfurt und München zu nehmen."
Quelle aus Focus online

Da habt ihr nun eure EU. Hab doch geschrieben "(Bürokraten) - Monster" EU-Austritt und tschüss.  

26.05.20 08:48
hat diese Vormundschaftsprobleme nicht mehr.

Freiheit & Souveränität sind unantastbar. Nicht für Brüssel.

Britische Volk hat alles richtig gemacht und ist glücklich.

AfD fordert ein Europa der Vaterländer aber das wird ja von den Gegnern ignoriert.  

26.05.20 09:27
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19255 Postings, 5061 Tage Malko07#110535: Es war nach dem Krieg üblich

die gesamte Schuld auf Hitler zu schieben. Damit war man sie los. Und dabei war er ja auch noch ein Österreicher!

Hitler wäre ohne seinen großen Anhang nur ein armes Würstchen gewesen. Und die Mehrheit hatte nach dem 1. Weltkrieg nichts mit der Demokratie am Hut, nicht nur bei den Hitleranhängern. Der Antisemitismus hatte zwar in Wien eine große Basis, war aber in ganz Europa und den USA vorhanden und in  Deutschland ziemlich stark  ausgeprägt, auch ein Überbleibsel der Reformation.  Auch der Rassismus war nicht nur in Deutschland vorhanden sondern stark in Nordeuropa und den USA.  In Schweden hielt er sich besonders lange. Bei uns erhielt er einen großen Schlag durch die Siegermächte. Die US-Soldaten durften dann ja auch ihre Fräuleins mit in die USA nehmen, soweit sie selbst keine dunkle Hautfarbe hatten. Wir wurden zum Teil erfolgreich von Mächten umerzogen denen selbst eine Umerziehung auch gut getan hätte. Das entschuldigt aber auch überhaupt nichts in unserem Tun.

Die Weimarer Republik entstand dadurch dass die SPD in der Niederlage Verantwortung übernahm und zusammen mit dem Militär die Aufständen mit allen denkbaren politischen Hintergründen zusammen schießen ließen. Es ging um den löblichen Vorsatz das Land zusammen zu halten und eine Demokratie zu begründen. Dem standen allerdings vielen beim Militär,  den Junkern, dem Bürgertum und den Kommunisten entgegen und führten letztendlich gemeinsam das Scheitern der Demokratie herbei. Die überwältigende Mehrheit hatte mit Demokratie nichts am Hut, auch nicht die Kommunisten. Weil Letztere im Straßenkampf gegen die Braunen zogen macht sie noch lange nicht zu einer vorbildlichen politischen Vereinigung. Gegen die NSDAP zu sein und deshalb ist man gut, ist ein Fehler der heute noch gesellschaftlich wirkt. Sie waren auch gegen die SPD, auch weil etliche SPD-Bürgermeister bei Unruhen auf sie schießen ließen. Das macht sie aber nicht zu Märtyrern. Es war seitens den Regierenden der verzweifelte Versuch so etwas wie Ordnung und Staat aufrecht zu halten.

Insgesamt hatten wir einen sehr schwachen Staat und sehr starke Staatsfeinde die letztendlich zur Inthronisierung von Hitler führten. War aber mehr ein symbolischer Akt. Die Demokratie war schon vorher dahin und die Märchen mir einer Vorläuferorganisation zur SED hätte man irgendetwas retten können ist und bleibt ein Märchen.

Es könnte sein, dass die Mehrheit wenn überhaupt nur nur temporär hinter den Nazis stand, aber die gesamte Zeit über war die absolute Mehrheit autokratisch, antidemokratisch und rassistisch und das nicht nur rechts sondern auch links im politischen Spektrum.

Aber klar, Hitler war an allem Schuld und alle anderen haben nur Befehle befolgt.
 

26.05.20 09:59
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4842 Postings, 2593 Tage gnomon#571 interressant aber

zu 3. trotz der vielen worte keines wie "massenmord oder haulocaust", als wäre den juden nicht viel mehr geschehen als geplündert zu werden. der  rassistische nsdap antisemitismus war im übrigen keineswegs neu, neu war lediglich art und ausmaß seiner exekution.

zu 5. die nsdap war nach 1933 keine minderheitspartei, weder proforma noch de facto.

zu 6. "den kontrollstaat zum treufel gejagt" wenn er nicht zur geldbeschaffung halb europa niedergemacht hätte?  heißt das, das unsere großväter sehr wohl in der lage gewesen wären gegen die nazis erfolgreich vorzugehen, wenn sie nur gewollt hätten?  war es also wirklich erst die prekäre finanzlage die zum krieg geführt hat? hitler scheint diese wohl schon 1929 vorhergesehen zu haben, als er über den neuen lebensraum im osten philosophierte?  

zu 7.  sie "mußten"  den krieg wegen ressourcenknappheit  zum weltkrieg ausweiten?

ps: alles in allem eine sehr dünne suppe verehrter dai, , die keinesfalls geeignet ist anderen diskussionsteilnehemern mangelnde geschichtskenntnis zu unterstellen.  

26.05.20 10:05

4842 Postings, 2593 Tage gnomon#572

psychologischen Interpretationen der zeitgeschichte kritisch gegenüberzustehen, schließt ganzheitliche analysen von vornherein aus.  

26.05.20 10:14
1

62025 Postings, 5864 Tage Anti LemmingArisierungsgewinne waren nur die Parteibonzen

Der Zeitartikel ist aus meiner Sicht Geschichtsklitterung.

Eine Nebelbombe ist z. B. der Satz: "...verweist man auf die materiellen Interessen, auf die durch die Ausplünderung der besetzten Länder ermöglichten hohen Sozialleistungen für die deutsche Bevölkerung etwa oder auf das große Ausmaß persönlicher Bereicherung im Zuge der 'Arisierungen'."

Tatsache ist, dass nur hohe Parteibonzen von den Arisierungen profitierten. Der typische kleine Angestellte, der in seinem Büro arbeitete und schwieg, weil er Angst vor Deportation/Mord hatte, zählte NICHT zu den Arisierungsgewinnern.

Juristisch lief es so, dass nach damaligen NS-(Un-)Recht die Besitztümer von Juden, die "das Reichsgebiet nicht nur vorübergehend verlassen" (sprich: deportiert und ermordet wurden oder emigrierten), zunächst dem NS-Staat zufiel. Der NS-Staat hat es dann an seine hohen Parteibonzen verkauft - zu Spottpreisen. Wer nicht in der NSDAP war, hatte kaum Chancen, sich diese
De-facto-Geschenke unter den Nagel zu reißen.

Die Nachkommen der Juden hatten nach 1945 versucht, die Arisierungen rückabzuwickeln, d.h. ihr legitimes Erbe doch noch anzutreten. Die nachkriegsdeutsche Gerichtsbarkeit setzte sich jedoch größtenteils aus NS-Richtern zusammen. Und die wiesen diese Klagen ab, indem sie sich auf den Rechtsstandpunkt stellten, die Verkäufe durch den Staat seien nach "damals geltendem Recht" erfolgt und juristisch nicht zu beanstanden. Der Trick der Nazis war, den NS-Staat als Zwischenbesitzer einzuschalten. Deshalb kauften die NSDAP-Bonzen die jüdischen Besitztümer (Häuser, Villen, Läden, Fabriken) eben vom STAAT.

Zu den größten Arisierungsgewinnern zählte u. a. die Spediteursfamilie Schenker. Der alte Schenker sitzt heute als Millardär in der Schweiz.

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Arisierung

Viele Unternehmen und Unternehmensanteile wurden weit unter dem wirtschaftlichen Wert veräußert. Einige davon ? z. B. das Kaufhaus Hertie (vormals Hermann Tietz, das größte Kaufhaus Berlins), die Salzgitter AG als Nachfolgerin des arisierenden Rüstungs- und Metallkonzerns Hermann-Göring-Werke, Günther Quandt, der für seinen Konzern zahlreiche jüdische Unternehmen erwarb,[22] und Friedrich Flick ? spielten eine wichtige Rolle in den späteren Aufbaujahren der Bundesrepublik Deutschland und sahen sich dem Vorwurf ausgesetzt, das ?deutsche Wirtschaftswunder? beruhe zum Teil auf geraubten Werten.


Maßgeblich an der Arisierung in Deutschland beteiligt waren unter anderem die Unternehmen Dorotheum, Schenker, Neckermann und Hertie.

 

26.05.20 10:28

62025 Postings, 5864 Tage Anti Lemming# 575

Die implizit im Zeit-Artikel transportierte Kollektivschuldthese dient strategisch der historischen Reinwaschung des Großkapitals. Solche Standpunkte werden gern von rechten Historikern und der AfD vertreten. Fill macht sich (offenbar ungewollt) zu deren Fürsprecher, indem er diese Standpunkte als neuen  "common sense" bezeichnet.

Strategie: Wenn angeblich das ganze deutsche Volk schuld war, weil es so gierig auf Arisierungsgewinne gewesen sei (= Lüge, siehe # 581), dann trifft das Großkapital entsprechend weniger Schuld. Tatsache hingegen war, dass Hitler ohne massive Spenden des Großkapitals (vor allem Banken, "Schlotbarone" und Rüstungsindustrielle) niemals an die Macht gekommen wäre. Die NS-Wirtschaft war ein von Vornherein auf Angriffskriege ausgelegtes finanzielles Schneeballsystem. Die Banken gaben dem Staat massiv Kredite (ähnlich wie heute die Zentralbanken). Bereits 1936 flossen bis zu 39 % der Staatsausageben in die Aufrüstung. Der NS-Michel war dankbar, weil Hitler überraschend wieder "Arbeitsplätze geschaffen hatte".

"Verbrecherisch" (Zitat des Nürnberger Tribunals der Amis) an diesem System war, dass die Kredite für die Aufrüstung durch spätere Territorialgewinne aus Angriffskriegen zurückgezahlt werden sollten. Die NS-Wirtschaft war somit eine Kriegswirtschaft, die den Krieg zwingend benötigte, weil sonst die Rückzahlung der Rüstungskredite niemals möglich gewesen wäre.

So ist es auch kein Wunder, dass Hitler, nachdem er 1938 das Münchener Abkommen unterschrieben hatte, dieses Stillhalteabkommen schon bald brach - nämlich 1939 mit seinem Angriff auf Polen. Als Vorwand (false flag) diente eine angeblicher polnischer Überfall auf den Radiosender in Gleiwitz. Tatsächlich hatte Hitler Statisten in polnische Uniformen gesteckt und den "Angriff" dann gefilmt.
 

26.05.20 10:55
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62025 Postings, 5864 Tage Anti LemmingDer Autor des von Fill zitierten Zeitartikels

in # 575 ist der Historiker Ulrich Herbert.

Laut Wiki war Herbert "von 1992 bis 1995 Direktor der Forschungsstelle für die Geschichte des Nationalsozialismus in Hamburg".

Diese Forschungsstelle ist vor allem durch Untätigkeit aufgefallen - und dadurch, dass sie die Arisierungsverbrechen in Hamburg z. T. bagatellisierte.

https://de.wikipedia.org/wiki/...stelle_für_Zeitgeschichte_in_Hamburg

Diese Forschungsstelle, die personell und finanziell unzureichend ausgestattet war,... hatte eine Reihe fachwissenschaftlich anerkannter Publikationen geliefert. Allerdings gab es darunter kaum öffentlichkeitswirksame Beiträge speziell zum Dritten Reich und zum nationalsozialistischen Terror. Scharf angegriffen wurde die Forschungsstelle 1984 daher von der Grün-Alternativen Liste (GAL). Sie monierte ?Arroganz und Untätigkeit? der Forschungsstelle, die die ?Legende vom liberalen, weltoffenen Hamburg? nicht widerlegt habe; erst die ?Laienforscherbewegung? habe den ?Mustergau Hamburg? als einen schönfärberischen Mythos entlarvt.[1] 1984 war nämlich in Hamburg das von der GAL mitfinanzierte Buch Heilen und Vernichten im ?Mustergau Hamburg? erschienen, das von seinerzeitigen Laienhistorikern verfasst worden war. In diesem Buch war nahezu erstmals in einer seriösen Publikation detailliert die Durchführung und Beteiligung Hamburger Politiker und Behörden an Unrechtsaktionen der Nationalsozialisten wie u. a. den Euthanasiemorden, der Verfolgung der Juden und der Misshandlung der aus Osteuropa stammenden Zwangsarbeitern offengelegt worden.[2]...  

26.05.20 11:19

4842 Postings, 2593 Tage gnomonder braune jauchebrei

den manche zwischen den ohren beherbergen, verhindert klare denkvorgänge. so kommt es zu der
skurrilen gegenüberstellung von sed und nsdap, mit dem unerreichbaren ziel der verharmlosung
ihrer in aller schamlosigkeit  offen zur schau getragenen genetischen zugehörigkeit.  

26.05.20 11:28
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62025 Postings, 5864 Tage Anti Lemming# 584

Was für ein Schwachsinn. Ich bin enttäuscht, Gnomon.

Allein schon die "zur Schau getragenene genetische Zugehörigkeit" ist eine Aussage, die in scharfem Widerspruch zu deiner vorgeblichen (oder treffender: unausgegorenen) Nazi-Gegnerschaft steht.

Du wirst es wohl nicht mehr erlernen, dass Nazikritik unglaubwürdig wird, wenn sie sich nicht zugleich von Nazi-Denkmustern - wie sinngemäß: "genetische Prägung", "alles hängt von den Genen ab", "nur wahre Führer haben gute Gene" - freimachen kann.

Ich bin übrigens Gegner der Totalitarimustheorie und halte die implizite Ineinssetzung von Nazi-Faschismus und "linken Diktaturen" für fragwürdig bis falsch. Aber nicht, weil ich glaube, dass die Vertreter dieser These "schlechte Gene" hätten.  

26.05.20 11:53

4842 Postings, 2593 Tage gnomonIch bin enttäuscht

ist nicht schlimm, bloß die folge fehlerhafter einschätzung und entsprechender erwartungshaltung.
man ist grundsätzlich  immer nur enttäuscht von sich selbst. dies anzuerkennen ist ein weg sich zu verbessern.  

26.05.20 11:58
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12133 Postings, 4210 Tage daiphong#78 Hitler wurde nicht "inthronisiert"

in einem "mehr symbolischer Akt" - der Führer der NSDAP, SA, SS wurde ja schließlich kein deutscher König oder Kaiser, sondern in einem zeitlich gestreckten Putsch Diktator.

Hatte es Hitler geben müssen?
Nein, überhaupt nicht.  wozu denn?

"....Die Demokratie war schon vorher dahin" Ach was, Demokratie ist NIE einfach dahin - ganz im Gegensatz zu Diktaturen.
Die deutsche Demokratie stand wie in allen Ländern damals unter dem gewaltigem Druck, vom 19. ins 20. Jahrhundert zu kommen, Wirtschaftsentwicklung zu fördern, einen Sozialstaat massiv auszubauen, Wissenschaft und Bildung massiv auszubauen, international in einen freieren Wirtschaftsaustausch zu kommen, den Kolonialismus abzuschaffen, und in Deutschland speziell aus dem Versailler Diktat herauszukommen.  Deutschland hatte in den 30er Jahren sehr gute Voraussetzungen, das alles sogar besser als andere Länder zu schaffen. Immerhin war man eine Kolonialwirtschaft schon los, hatte die Dekolonialisierung schon hinter sich gebracht, und war ein in vieler Hinsicht schon sehr modernes Land, obwohl noch weitverbreitete Armut und harte Einschränkung herrschten.

"Insgesamt hatten wir einen sehr schwachen Staat"  für den zivilen Staat ist das so nicht richtig, verglichen mit den anderen Staaten jener Zeit war der Staat der Weimaer Republik bereits modern, und was noch wichtiger ist, auch in Richtung Sozialstaat, Bildungsstaat bereits voll entwicklungs- und ausbaufähig.  Stimmt allerdings für die militärische Schwäche weit unter Selbstverteidigungsniveau nach Versailles, die in jener Zeit auf Dauer nicht akzeptabel war - und von jeder demokratischen Regierung in den 30ern schnell hätte behoben werden können.

Die SPD war damals all diesen Themen und insofern der Zeit gewachsen, teils auch Liberale, das bürgerliche Lager aber nicht, das steckte geistig noch im 19. Jahrhundert fest. Es gab nicht so etwas wie die CDU CSU, wie Torys, wie US-Republikaner oder Demokraten, also national integrierende Parteien. Sondern katholische, militärische,  regionale, berufsständische, monarchische etc., die im Grunde alle die Entwicklung von Gesellschaft, Staat, Demokratie nur blockieren konnten - und insofern auch selbst keiner Zukunft hatten. Die Weimaer Parteienlandschaft hätte sich in demokratischen 30ern und 40ern stark gewandelt.  

26.05.20 12:11

4842 Postings, 2593 Tage gnomon#585

für mich gibt es so etwas wie nazikritik nicht. abschaum kritisiert man nicht, man lehnt in ab.
ich sage bloß meine meinung, losgelöst von jeglichem interesse an irgendwelcher akzeptanz. ob mir jemand zustimmen will oder nicht, ist allein seine sache.

wer meint widersprüchlichkeit zu entdecken, sollte auf jeden fall bemüht sein, eigenes mißverständnis allenfalls auszuschließen. als greenhorn einem alten recken lehren zu erteilen,
erfordert ein mindestmaß an substanz, anderenfalls es niemandem etwas bringt.






 

26.05.20 12:18

13728 Postings, 2468 Tage deuteronomiumThema verfehlt

:-(( 5 setzen alle beide  

26.05.20 12:19
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62025 Postings, 5864 Tage Anti Lemming# 587

"Die Demokratie war schon vorher dahin" Ach was, Demokratie ist NIE einfach dahin - ganz im Gegensatz zu Diktaturen."

Du irrst dich. Die Weimarer Republik wurde von allen möglichen Seiten angefeindet. Es gab damals sogar das gefügelte Wort von der "Demokratie, die keiner wollte".

Du überträgst heutige Denkweisen zur Funktion und Aufgabe der Demokratie "ahistorisch" in die Vergangenheit. Man muss die Vergangenheit aber aus sich selbst heraus begreifen und sie nicht rückblickend (v)erklären.

Zu den schärfsten Gegner der Weimarer Republik zählte das Militär, das zu Kaiserzeiten noch höchste Wertschätzung genoss und auch breit ausgebaut war (für 1. WK). Mit dem Versailler Vertrag reduzierten die Siegermächte die Stärke des deutschen Heeres auf 100.000 Personen. Ein Großteil der "Soldatisch-Nationalen" wurde arbeitslos. Die saßen dann in München im Löwenbräukeller und folgten begeistert Hitlers Reden. Hitler versprach, die Weimarer "Schwatzbude" zum Teufel zu jagen und per Putsch in D. eine Militär-Diktatur zu errichten. Die Pläne nahmen (wie ich bereits oben schrieb) 1923 beim "Marsch auf die Feldherrenhalle" (Militärputsch in München) auch konkrete Gestalt an. Der bald darauf folgende Generalstreik in Berlin bewirkte jedoch, dass sich die Reichsregierung gegen die Bayern stellte, der Putsch brach zusammen, und Hitler kam in Haft.  

26.05.20 12:44
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12133 Postings, 4210 Tage daiphong#79 den Massenmord an den deutschen Juden

und den europäischen Juden hätte es ohne die NSDAP in Deutschland nie gegeben. Aversionen gegen das Judentum und den Zionismus sicherlich, aber mit Sicherheit ohne jede große politische und kulturelle oder gar lebensgefährliche Bedeutung für Juden.  Es ist eine reine NSDAP-Erfindung,  die bis heute durch so viele Köpfe kreist, dass die Deutschen geborene radikalste Antisemiten gewesen wären. Das Judentum spielte in Deutschland seit jeher keine wirklich große Rolle, wurde eher ignoriert und verdrängt.

Es ist eine reine NSDAP- und Hitler- Erfindung, dass die Deutschen in einem Krieg auf Leben und Tod mit dem Judentum stünden. Diese radikale Ideologie hatte sich zuvor in Kreisen der zerstörten KuK-Monarchie ausgebildet, und wurde von Hitler in die rechtsradikalen Kreise Deutschlands importiert, als zentrale NSDAP-Ideologie ausgebaut und durch den Putsch sogar zur deutschen Staatsideologie erklärt.

Es hat nicht die deutsche Bevölkerung in riesigen blutrünstigen Progromen Millionen Juden enteignet und umgebracht. Bis zur Reichskristallnacht November 1938 kam sogar der NSDAP-Staat nur langsam voran mit der Enteignung und Verdrängung der Juden, viel zu groß waren die Vorbehalte und Widerstand in der Bevölkerung. Ab 1939 verdrängte der Krieg alle anderen Themen, der SS-Gestapo-Staat baute den Holocaust aus, die Wannseekonferenz später Januar 1942, von da an das ganz große staatliche Morden in Europa, der volle Holocaust.
 

26.05.20 12:51

62025 Postings, 5864 Tage Anti LemmingHitler hütete sich auch, Entscheidungen

zum Holocaust in Gesetze zu gießen - und damit für die Allgemeinbevölkerung nachvollziehbar zu machen.

Alles, was Hitler zu Euthanasie und Holocaust (anfänglich Vergasungen in LKWs, deren Auspuffgase nach innen geleitet wurden) anordnete, erfolgte mündlich oder in sogenannten "Handschreibenermächtigungen".

 

26.05.20 13:13

62025 Postings, 5864 Tage Anti LemmingUnd deshalb wurden die großen

Vernichtungslager auch in Polen errichtet, wo sie für die deutschen Normalbürger nicht unmittelbar sichtbar waren.  

26.05.20 13:19
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12133 Postings, 4210 Tage daiphong#90 du irrst, was Demokratie betrifft

Sie ist nämlich in zivilen modernen Zeiten durch nichts zu ersetzen. Außer zeitweise durch Kriegs-Bürgerkriegs-Perversionen, wie geschehen.  Ohne Krieg ist sie vollautomatisch da, wie schräg auch imemr.

Dein Beispiel hatte ich oben im Text. Aufrührerische jugendliche Möchtegern- und ex-Militärs, ehemalige Freikorps sind in der Demokratie ggf. ein polizeiliches Problem. Und wenn die Polizei nicht Stand hält, des Militärs. Das hätte die Weimaer Republik also durchaus in einem etwa größeren Maßstab gebraucht, und damit zwei bis drei Fliegen mit einer Klappe erledigt.  Theoretisch wäre dann auch ein Militärputsch denkbar gewesen - aber mit welchem weiter reichendem Ziel und Zweck? das hätten die Deutschen sicher nicht so gern gehabt, und das Militär im Grunde auch nicht, denn ein Militär alleine kann zwar spinnen, aber keinen Krieg machen - also nix.
Wenn du Geschichte aus der Zeit heraus verstehen willst, nicht gymnasiastenhaft nur mit den Ideologien der jeweils Herrschenden und Sieger, sondern sozusagen deine Ur-Großeltern dort wirklich  finden willst, musst du schon in aller Breite der großen Optionen in diese Zeit gehen.  

26.05.20 13:34
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62025 Postings, 5864 Tage Anti LemmingIch habe die Denkweise dieser Generation

"hautnah" nachvollzogen, indem ich (politische) Romane aus dieser Zeit gelesen habe, z. B. Lion Feuchtwangers Buch "Erfolg" (800 Seiten ;-)); oder Oskar Maria Grafs "Unruhe um einen Friedfertigen". Oder Anna Seghers "Die Toten bleiben jung" bzw.. "Das siebte Kreuz". Oder Heinrich Manns Roman "Der Untertan"... usw. usf.  

26.05.20 13:41
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62025 Postings, 5864 Tage Anti LemmingSelbst Klaus Theweleits "Männerphantasien"

(Dissertation über Freikorps-Literatur), das du ja ebenfalls kennst, erhellt diese Zeit, wenngleich ich wie gesagt psychologischen Deutungen eher kritisch gegenüberstehe.  

26.05.20 13:46

62025 Postings, 5864 Tage Anti LemmingNicht zu vergessen:

Eugen Kogons Buch "Der SS-Staat". Ein Sachbuch, das die Lage in den KZs detailliert, grausig und schonungslos wiedergibt. Kogon war selber 6 Jahre Insasse des KZ Buchenwald.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_SS-Staat  

26.05.20 14:20

2310 Postings, 2074 Tage ibriDie Linke kann es nicht lassen.

Und die CDU machts möglich

Barbara Borchardt ? Von der Sprecherin der ?Antikapitalistischen Linken? zur Verfassungsrichterin

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik nominierte die Linksfraktion im Schweriner Landtag eine Linksextremistin als Richterin für das Verfassungsgericht. Letzten Freitag wurde Barbara Borchardt von allen Fraktionen außer der AfD gewählt. Wer ist die Frau, die ab sofort im Norden Deutschlands über die Verfassung wachen soll?

Die Linken-Politikerin wuchs in Templin als Ziehtochter eines Kreisgerichtsdirektors auf.
1974 machte sie dort ihr Abitur ? so wie Angela Merkel, die eine Klasse über ihr war.
Mit 18 Jahren bekam Borchardt ein Kind und begann, in der Verwaltung der Kleinstadt zu arbeiten.
Mit 20 trat sie der SED bei, der sie ? trotz viermaliger Änderung des Parteinamens ? seitdem ununterbrochen angehört. Sie wurde Bürgermeisterin der Gemeinde Retzow-Rutenberg und begann an der Kaderschmiede der SED, der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft, ein Fernstudium.

1990 wurde Borchardt arbeitslos. Doch schon im nächsten Jahr kam sie beim Arbeitslosenverband Deutschland unter, den ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter gegründet hatte. Auch in der Partei arbeitete sie sich nun nach oben. Sie wurde Kreisvorsitzende, Fraktionsvorsitzende eines Kreistags und stellvertretende Landesvorsitzende.
1998 zog sie schließlich in den Landtag ein, dem sie bis 2016 fast ununterbrochen angehörte. Für Kritik an ihrer Wahl sorgte weniger ihre lupenreine Parteikarriere. Empörung lösten vor allem ihre Aktivitäten in der linksextremistischen Gruppierung ?Antikapitalistische Linke? aus. Denn diese fordert, wie es im jüngsten Verfassungsschutzbericht heißt, einen ?grundsätzlichen Systemwechsel?.

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/...-zur-verfassungsrichterin/

Die Ernnenung der Linksextremistin Borchardt ist insofern ein überdeutliches Zeichen. Die Leute lernen einfach nichts. Daneben ist zu beachten, dass die Menschen dieses Landes überwiegend dieses Treiben stillschweigend zur Kenntnis nehmen oder überhaupt keine Kenntnis davon nehmen oder auch erhalten.
Genau darauf baut das linke Politkartell mit großem Erfolg wie man täglich zunehmend feststellen muss. Und kann so nebenbei  einen SPD Vizebürgermeister  in Höchstadt an der Aisch mobben, weil er mit der Stimme eines AfDlers gewählt wurde.

"Das SPD-Präsidium habe einstimmig beschlossen, ein Parteiordnungsverfahren einzuleiten, hieß es in einer Erklärung der Partei. Das Ziel ist laut Landes-Parteichefin, Natascha Kohnen, der Parteiausschluss. Zuständig dafür ist der mittelfränkische Bezirksverband. Sich von einer AfD-Stimme ins Amt hieven zu lassen, sei für die SPD inakzeptabel, sagte Kohnen."
Was machen Die wenn in fünf Jahren, nach dem großen Erwachen, ein AfD Kanzler zur Wahl steht?

https://www.br.de/nachrichten/bayern/...sschlussverfahren-ein,RzWAYam


 

26.05.20 14:22
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12133 Postings, 4210 Tage daiphong#95 weiß ich ja

Deswegen bleibst du ja nicht so fassungslos bis verschmelzend, aversiv-affirmativ an der NSDAP-Propaganda kleben wie Fill und Co nun schon jahrzehntelang.
Nur mit Literatur kommt man weiter, trotzdem  ist es nicht einfach, sondern erfordert sehr breite Bildung, um sich sinnvoll in anderen Jahrhunderten zu orientieren und zu  bewegen. Der intellektuell verheerendste Fehler ist, sich dabei letztlich einfach nur an die Sieger zu halten und das Geschehene in einfacher mechanischer Logik abzubuchen, schließlich will man seine Zeitreisen ja positiv und mit Gewinn und Urteil abschließen ;-)
Solche großen psychischen Fehler werden durch Literatur und Biographien und sehr gute Verfilmungen blockiert, durch Ahnenforschung, durch soziologische Geschichtsforschung, durch Alltags-und Berufsstand-Geschichte, durch Stadt-Geschichte, und durch die Erforschung so großer menschlicher Katastrophen wie Sowjetrevolution, Weltkrieg, das 3. Reich und Holocaust.  

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