Papstbesuch in Deutschland (By)

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neuester Beitrag: 10.09.06 20:52
eröffnet am: 10.08.06 22:10 von: Scontovaluta Anzahl Beiträge: 26
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10.08.06 22:10
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29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaPapstbesuch in Deutschland (By)

RAMASURI-ONLINE - 09.08.2006
URL: http://www.ramasuri.de/reference.aspx?ref_id=36700
Regensburg: Dom öffnet Westportal für Papstbesuch
Zum Besuch von Papst Benedikt XVI. öffnet der Regensburger Dom erstmals das seit Jahrzehnten wegen Bauarbeiten versperrte Westportal. Die Sanierung des eigentlichen Haupteingangs der Kathedrale sei für den Besuch vorangetrieben worden, sagte der Leiter des Bauamts Hans Weber.

Der Eingang ist seit den 50er Jahren mit Bauzäunen und Absicherungen verschlossen. Nach dem Papstbesuch wird das Portal wieder zeitweise für weitere Arbeiten geschlossen. Die Sanierer gehen davon aus, dass Teile noch gereinigt oder farblich angepasst werden müssen.
 
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12.08.06 00:09

29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaDer Regensburger Dom, ein Ewigkeitsbauwerk.

Der dortige Jurakalk taugt halt auf Dauer nichts, ausser zur Herstellung von Zement oder kohlensaurem Kalk.  

13.08.06 19:48
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29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaCSD: Eklat wegen Papst-Verballhornung

Christopher Street Day in München

Eklat wegen Papst-Verballhornung

Auf einem Wagen auf der Homosexuellen-Parade fuhr eine Figur von Benedikt XVI. mit, über deren Finger Kondome gestülpt waren. Die Polizei schritt ein - wegen einer möglichen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes.

 
 

Beim Christopher Street Day in München kritisierten zahlreiche Teilnehmer die Moralvorstellungen der Kirche - zum Teil mit provokanten Mitteln.
Foto: ddp

 

Der diesjährige Christopher Street Day in München wird möglicherweise ein juristisches Nachspiel haben. Die Polizei ermittelt gegen die Organisatoren eines bei der CSD-Parade mitgeführten ?Papamobils? wegen des Verdachts der Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes und Beschimpfung einer Kirche.

Mit dem ?Papamobil?, das mit einer Figur Papst Benedikts XVI. und kritischen Plakaten ausgestattet war, wollten die Organisatoren gegen die ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexuellen demonstrieren.

Die Figur auf dem Wagen, den ein schwul-lesbisches Stadtmagazin und ein Szenelokal gemeinsam ausgestattet hatten, habe ?erkennbar? Benedikt XVI. dargestellt, sagte ein Polizeisprecher. Sie habe ?eine regenbogenfarbene Haarpracht? und Kondome an den Fingern getragen.

Auf an dem Wagen angebrachten Plakaten waren unter anderem Zitate aus kirchlichen Veröffentlichungen zu lesen, die den Umgang mit Schwulen und Lesben betrafen.

Ein Passant hatte das ?Papamobil? noch vor Start der Parade bemerkt und sich bei der Polizei beschwert. Der Papst werde durch die Darstellungen ?in unmöglicher Weise verhöhnt?, sagte der Anrufer.

Die Polizei untersagte daraufhin das Mitführen der Figur und von einigen Plakaten.

OB Ude ruft zu Toleranz auf - gegenüber der Kirche

In seiner CSD-Ansprache rief Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) die schwul-lesbische Szene mit Blick auf den Papst-Besuch im September zu Toleranz gegenüber den Moralvorstellungen der katholischen Kirche und anderen Glaubensgemeinschaften auf. Man dürfe bei diesem Thema nicht in ?alte Klischees? verfallen, betonte der Schirmherr des Münchner CSD.

Im Stadtzentrum gingen am Samstag mehrere tausend Schwule und Lesben für mehr Toleranz auf die Straße. An der bunten Parade unter dem Motto ?Wir sind füreinander da? nahmen nach Angaben der Polizei bis zu 5000 Menschen teil.

Der ?Christopher Street Day? gilt als ?Feiertag? der Homosexuellen in aller Welt. Er erinnert an den Juni 1969, als sich Homosexuelle in der New Yorker Christopher Street eine Straßenschlacht mit der Polizei lieferten und erstmals öffentlich für ihre Bürgerrechte eintraten.

(ddp)



 

13.08.06 20:07

33718 Postings, 5536 Tage Jutodoppelmoral.

die kirche akzeptiert homos nicht-
dabei ist ein erheblicher teil der `geistlichen `schwul,
oder sie wissen es noch nicht.  

17.08.06 02:58

25551 Postings, 7019 Tage DepothalbiererReligion ist Lüge.

eigentlich müßte ich deutsche fernsehsender verklagen, daß die es zulassen, daß mich jährlich mehrmals irgendwelche kirchen fuzzis anpredigen dürfen.  

17.08.06 10:03

12570 Postings, 6081 Tage EichiDer Papst ist ein

Moralapostel der röm.-kath. Kirche und ist sehr beliebt! Er ist bereits zu Lebzeiten ein Heiliger (Deutscher) und viele möchten einen Blick (Angesicht zu Angesicht) von ihm erhaschen, weil dieser die Seele von den Sünden reinwäscht.


   
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17.08.06 14:46

21368 Postings, 6979 Tage ottifantRichtig Eichi

Der Papst ist ein Moralapostel. (Der besonderen Art)  

17.08.06 16:17
1

12570 Postings, 6081 Tage EichiWas soll er den machen,

der Papst. Er teilt die Welt in gut (positiv) und böse (negativ) ein. Aber auch für die Sünder hat er in der Beichte ein offenes Ohr.

So gut wie alle Menschen befinden sich in dieser oder einer ähnlichen Moral. Welche, die den Papst kritisieren, sind kein Stück besser.

Der Papst ist eingesetzt (von Gott) und insofern wichtig, weil der einer großen Gemeinschaft einen Halt und Orientierung gibt.
 
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17.08.06 21:08

8970 Postings, 6157 Tage bammie@Eichi, ich meine schonmal andere Sichtweisen

über den Papst von Dir gelesen zu haben :)


Sünden mit Geld reinwaschen(kaufen) soll ja auch wieder in Mode kommen :)


greetz bammie
 

17.08.06 21:55
1

1105 Postings, 5251 Tage bluelamp@ #8 Einspruch

"Der Papst ist eingesetzt (von Gott) und insofern wichtig, weil der einer großen Gemeinschaft einen Halt und Orientierung gibt."

Einverstanden damit, dass Menschen Halt und Orientierung in der einen oder anderen Form brauchen. Und wer nicht selber denken will (kann), der wendet sich dann halt einer Institution (Kirche, Armee, ...) zu.
Mit dem ersten Teil der Aussage bin ich nicht einverstanden. Eingesetzt von Gott, so ein Quatsch! Eingesetzt von Männern, die eine (fast) perfekte Verdummungsinstitution geschaffen haben. In Le Mépris von J.-L. Godard heissts so schön: Gott hat nicht die Menschen geschaffen, sondern die Menschen haben Gott geschaffen.

PS: weshalb treibst du dich überhaupt in einem Börsenforum rum? Auf Schäfchensuche oder Doppelmoral?  

17.08.06 22:04
1

12570 Postings, 6081 Tage EichiWas für Schäfchen?

Selbstverständlich ist der Papst von Gott eingesetzt.

Ich bin es auch und du auch @bluelamp. Jeder und alles ist von Gott eingesetzt.  

17.08.06 22:08

8451 Postings, 5926 Tage KnappschaftskassenUnd was sagt Grass zum

Papst Benedikt XVI?

Müßten sich da nicht zwei in Bad Aibling getroffen haben?  

17.08.06 22:13

12570 Postings, 6081 Tage EichiGrass sagt zum Papst:

"Grüss Gott", weil er in seiner Gedankenwelt ein frommer Mensch ist.

Das Problem bei Grass liegt darin, dass er vorwiegend an das Gute im Menschen glaubt.  

17.08.06 22:46

12570 Postings, 6081 Tage EichiHallo @bammie, den Papst

gibt's bekanntlich seit ca. 2000 Jahren und ist somit ein Kulturgut. Und so etwas möchte erhalten werden, wie z. B. ein Denkmal.  
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23.08.06 22:08

29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaBei uns zwischen München und Regensburg

wurden wieder verstärkt Fähnchen an hochgekurbelten Autoscheiben gesichtet:
Es geht bald los!  
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23.08.06 22:19

29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaMir hat Bischof Ratzinger (damals noch) persönlich

die Hand geschüttelt, 1976 (mit 16 Jahren) beim Abi-Uni-Schnüffelbesuch an der Regensburger Uni!

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29.08.06 01:27

29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaOh Gott die Merkel beim Papst! o. T.

29.08.06 10:39

12570 Postings, 6081 Tage EichiAm 9.9.

kommt der "Heilige Vater" nach Deutschland!

Er hat sich die "volle Spiritualität" bezüglich der Zahlen ausgesucht. Der Papst ist ein Esoteriker!  
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29.08.06 11:14

3030 Postings, 5696 Tage ORAetLaborakönnen wir den Papst demokratisch nicht abwählen,

bzw. abschaffen und somit manches in der Kirche verändern?  

29.08.06 11:24

51340 Postings, 7349 Tage ecki@17, Sconto: Ein bischen Erleuchtung kann

auch Frau Merkel nicht schaden....  

29.08.06 17:57

12570 Postings, 6081 Tage EichiWas willst du

denn innerhalb der Kirche verändern @ORAetLabora?

Das Leben im Mutterleib getötet werden darf oder Schwule und Lesben kirchlich heiraten sollen, obwohl in der Bibel (dem Gesetzbuch) steht, "Seit fruchtbar und vermehret euch"? Oder das der Papst zu den Moslems übertritt und die christliche Kirche islamisch wird?  

07.09.06 16:31
1

29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaRegensburg im Fieber

Das Islinger Feld, auf dem der Papst seinen Gottesdienst zelebrieren wird, ist bereits gesegnet worden.
In ganz Regensburg herrscht vor dem Papstbesuch Ausnahmezustand.
Händler, Hoteliers und Geschäftsleute machen durch die Pilgerer und Besucher gute Umsätze.

Pilgerresie oder Kulttouneé, was meinen Sie? n-tv.de Forum Welt und Gott

Mittwoch, 6. September 2006

Papst-Besuch
Regensburg im Fieber


Eine knappe Woche vor dem Besuch Papst Benedikts XVI. in Regensburg hat sich das Leben in der bayerischen Domstadt schon merklich verändert. Immer mehr Fähnchen in den Kirchenfarben Weiß-Gelb flattern an Autos und Bussen. An den Tankstellen liegt die deutschsprachige Ausgabe der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" aus. Die Gespräche, die in den Gassen der Altstadt aus Cafes und Friseursalons dringen, haben meist nur das eine Thema.
 
Mehr als 300.000 Pilger werden zur großen Papstmesse auf dem Islinger Feld erwartet. Draußen, südlich der Stadt, entsteht seit Wochen die Papstwiese, auf der Benedikt - jahrelang Wahl-Regensburger und mit der Stadt noch immer eng verbunden - predigen wird. Das monumentale Kreuz aus Stahl und Holz ist kilometerweit zu sehen. Wo sonst Bauern Zuckerrüben und Getreide anbauen wächst jetzt auf 70 Hektar "Loretta" - eine besonders strapazierfähige Grassorte.
 
Benedikt XVI. ist der dritte Papst, der die am nördlichsten Punkt der Donau gelegene Stadt besucht. Vor knapp 1000 Jahren sprach sein Vorgänger Leo IX. (1002 - 1054) in Regensburg die beiden ehemaligen Bischöfe der Stadt, Wolfgang und Erhard, heilig. Benedikt ist mit Leo insofern verbunden, als er am 19. April, Leos Todestag, zum Papst gewählt wurde. Leos Nachfolger, Viktor II. (1055 - 1057) besuchte zu Weihnachten 1056 die von den Römern gegründete Stadt.
 
Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig Müller weiß um die Bedeutung des Papstbesuches für seine Diözese und auch für sich selbst: "Die Gläubigen in unserem Bistum sind voller Vorfreude auf dieses Jahrtausendereignis. Wir nutzen die Zeit der Vorbereitung zu einer wirklichen geistlichen Erneuerung unserer ganzen Heimat." Müller ist bei vielen Regensburgern wegen seiner konservativen Ansichten umstritten. Zahlreiche Kritiker haben für die Zeit des Papstbesuches Protestaktionen angekündigt.
 
Benedikt noch stark in Regensburg verwurzelt
 
Für Bendedikt XVI. wird die Stippvisite in erster Linie eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Sein hoch betagter Bruder Georg Ratzinger - der ehemalige Chef des weltberühmten Knabenchors Regensburger Domspatzen - lebt noch immer in einem Haus in den verwinkelten Gassen der mittlerweile zum Welterbe gehörenden Altstadt. Der jetzige Papst lehrte von 1969 bis 1977 Theologie an der Universität Regensburg und wurde vor seiner Berufung zum Erzbischof von München und Freising für ein knappes Jahr deren Vizepräsident. In Pentling, einige Kilometer südwestlich von Regensburg, hat der Papst bis heute ein privates Wohnhaus.
 
Georg Ratzinger hat vor der Ankunft seines Bruders noch jede Menge Stress, muss Medienanfragen beantworten und nimmt immer wieder an lithurgischen Vorbereitungen für den hohen Besuch aus Rom teil: "Es ist schon anstrengend mit dem Papst so nah verwandt zu sein. In Castel Gandolfo war es viel ruhiger", sagt der 82-Jährige. In der Sommerresidenz des Papstes vor dem Toren Roms verbrachten die Brüder bis Ende August ihren Urlaub.
 
Ratzingers Haus in der Regensburger Luzengasse wird während des Besuchs des Bruders zur Hochsicherheitszone. Und auch die meisten anderen Regensburger müssen am 12. und 13. September mit vielen Unannehmlichkeiten fertig werden. Sogar die Autobahn A3, die direkt am Islinger Feld entlang führt, wird während des Papstbesuches für 18 Stunden komplett gesperrt.
 
Kritiker befürchten wegen der Schließung der Lebensader der Region ein riesiges Verkehrschaos. Auch das Wirtschaftsleben bleibt nicht verschont. Im nahe gelegenen BMW-Werk stehen die Bänder für mindestens zwei Tage still. Auch der TÜV in direkter Nachbarschaft der Papstwiese schickt seine Mitarbeiter in Zwangsurlaub.
 
Für viele Regensburger bringt der Papst-Besuch jedoch nicht nur verstopfte Straßen und Behinderungen auf dem Weg zur Arbeit mit sich, sondern auch ein kleines finanzielles Zubrot. Tausende weit gereiste Pilger brauchen schließlich eine Bleibe. Susanne Reuschl vermietet ihre Zwei-Zimmerwohnung in der Nähe des Gottesdienstgeländes und zieht vorübergehend zu ihren Eltern. "Die knapp eineinhalb Kilometer Fußmarsch zum Islinger Feld sind trotz der vielen Sperrungen schnell zu machen. Zum Papst-Besuch nehme ich gerne Fremde bei mir auf", erzählt die 36-Jährige.
 
Nicht nur um ein paar Euro nebenher, sondern wohl um den großen Reibach geht es zahlreichen Regensburger Geschäftsleuten: "Papst-Sets" (Buch, DVD mit einem Konzert der Regensburger Domspatzen für den Papst, Plakette) liegen in den Auslagen vieler Buchläden. Benedikt ist für die Branche ein Segen. Immerhin hat der Papst in seiner akademischen Laufbahn und auch später als Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan mehrere hundert Bücher und Aufsätze veröffentlicht.
 
Die Papst-Euphorie erfasst auch die lokalen Medien: Wer will kann in der "Mittelbayerischen Zeitung", deren Abonnent Benedikt XVI. nach Angaben des Verlags auch im Vatikan noch ist, eine Grußanzeige für "unseren Papst" aufgeben. Dafür gibts dann ein Papst-Shirt zur Erinnerung an zwei wohl außergewöhnliche Tage im September 2006.
 
Von Andreas Framke, Reuters
 

07.09.06 17:58
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29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaGanz Bayern freut sich auf Benedikt XVI.

HANDELSBLATT, Donnerstag, 7. September 2006, 15:27 Uhr
Papstbesuch in Bayern

"Wer glaubt, ist nie allein"

Von Markus Fasse und Joachim Hofer

Ob Tourismusförderer oder Kapellmeister: Ganz Bayern freut sich auf Benedikt XVI. - wie eine Etappenfahrt entlang der päpstlichen Route belegt.



Papst Benedikt XVI. wird seine bayrische Heimat besuchen. Foto: dpa
Bild vergrößernPapst Benedikt XVI. wird seine bayrische Heimat besuchen. Foto: dpa

REGENSBURG/MARKTL. Die bunten Fähnchen sind wieder da. Kaum sind die letzten Deutschland-Banner der Fußball-WM an den Autos verschwunden, da kommen neue Exemplare in die Läden. Statt in Schwarz-Rot-Gold sind die Fähnchen diesmal in Weiß-Gelb gehalten. Es sind die Farben des Vatikans.

Willkommen in Bayern im Sommer 2006. Nach der Fußball-Dauerparty folgt der Besuch von Papst Benedikt XVI. Es ist ein Großereignis, auf das der Freistaat so stolz ist, dass die Menschen ihre Autos schon wieder farbenfroh schmücken. Die Freude scheint fast noch größer als über Deutschlands Kicker, müssen die Bayern im Gegensatz zur WM ihre Begeisterung diesmal doch nicht mit dem Rest des Landes teilen: Benedikt ist gebürtiger Bayer. Und er kommt auch nur nach Bayern. Ein weiß-blauer Streifzug vorab zu jenen Stationen, die der Papst auf seiner am Samstag beginnenden Reise beglücken wird.

München. Wird das Papamobil ein bayerisches sein? Wenn Benedikt am Samstagnachmittag gegen 17 Uhr auf den Münchener Marienplatz rollt, dann ist ein Wagen von BMW oder Audi Ehrensache. Oder etwa nicht? "Der Vatikan bittet um äußerste Diskretion", heißt es dazu bei BMW. "Es ist eine große Ehre, den Papst zu unterstützen", windet sich Audi. Beide haben nichts unversucht gelassen, die Kurie gnädig zu stimmen.

So überreichte BMW-Vertriebschef Michael Ganal dem päpstlichen Fuhrpark vergangenen Oktober einen Geländewagen X 5, der neben einem 5er und 7er jetzt in der römischen Garage parkt. Auch Audi stiftete eine Flotte von A8-Limousinen.

Doch alle materielle Anstrengung hat nichts geholfen: Mag der Papst auch aus Bayern kommen, das Auto bleibt schwäbisch. Zwei 3,5 Tonnen schwere Papamobile von Mercedes mit schusssicherem Glaskasten werden den heiligen Vater durch Bayern kutschieren.

Eine derartige Schlappe brauchen Bayerns Tourismuswerber nicht zu fürchten. Bei ihnen läuft das Geschäft bestens. Zwischen WM-Finale und Oktoberfeststart kommt ihnen der Papst wie gerufen. In Kleinbussen karren sie ausländische Journalisten von einem Papst-Ort zum anderen und hoffen, dass die schönen Bilder und Berichte möglichst viele Touristen aus dem Ausland locken.

Wer jetzt noch kommen und den Papst höchstpersönlich sehen will, ist zu spät dran. Alle Karten sind verteilt. Diejenigen, die zum Zuge kamen, müssen am Sonntag früh aufstehen und brauchen eine gute Kondition. Neun Kilometer ist der Pilgerweg lang, der vom Ostbahnhof zu dem riesigen Parkplatz an der Neuen Messe von München führt, wo Benedikt morgens um halb zehn zu den Gläubigen spricht. Weil die Verantwortlichen ein Chaos in U- und S-Bahn befürchten, lassen sie die Stationen in der Nähe abriegeln. Schon um kurz nach halb vier in der Früh fahren die ersten Züge in Lenggries, am Schliersee und Tegernsee ab, um die Gottesdienstbesucher aus Oberbayern rechtzeitig nach München zu bringen.

Altötting. Es ist wie im Fußball: "Zu den Blöcken", steht auf den großen Schildern im Zentrum von Altötting, die den Gläubigen den Weg zu ihren Plätzen für die Papst-Messe am Montag weisen. Nicht, dass sie in Altötting keine Menschenmassen gewohnt wären. Die Gemeinde, auf halbem Weg zwischen Passau und Salzburg, ist eines der beliebtesten Ziele für Pilger in Bayern. Seit mehr als einem halben Jahrtausend strömen die Kirchgänger in die Stadt. Zwei Heilungswunder sorgten schon 1489 für die erste Wallfahrt.

In Altötting ist das Geschäft mit dem Glauben am ehesten zu spüren. Tagtäglich kommen viele Busladungen hier an. Ein Devotionalienstand reiht sich an den anderen, Dutzende Lokale leben vom Hunger der Pilger.

Altötting hat viel Erfahrung mit hohem Besuch: Zum ersten Mal ist 1782 ein Papst vorbeigekommen: Pius VI. zelebrierte einen Gottesdienst auf dem Rückweg von Wien. Die letzte Papst-Visite liegt 26 Jahre zurück, es war Johannes Paul II. Ein Papst aus Bayern, das ist allerdings auch für Altötting etwas Besonderes.

Marktl am Inn. "Reich", sagt Tourismusdirektor Stephan Semmelmayr, "reich ist durch den Papst hier niemand geworden." Was haben die Medien auf Marktl eingedroschen, haben den Geburtsort von Benedikt kritisiert, weil findige Kaufleute in den ersten Tagen nach der Papst-Wahl mit der "Papst-Torte" und der "Ratzinger Bratwurst" das schnelle Geld machen wollten.

Doch die neuen Millionäre von Marktl, sie gibt es nicht. Seit Joseph Ratzinger an jenem 19. April 2005 zum Papst gewählt wurde, sind zwar mehr als 200 000 Besucher in die 2 700-Seelen-Gemeinde eingefallen. Von touristischem Rummel ist dennoch wenig zu spüren. Ein Café, ein Gasthaus, zwei Bäckereien und zwei Andenkenläden, viel mehr ist es nicht. Die meisten Pilger werfen einen Blick auf das Geburtshaus, gehen in die Kirche, dann steigen sie wieder in den Bus.

Behutsam wolle sich das Dorf nun weiterentwickeln, sagt Bürgermeister Hubert Gschwendtner. "Der Besuch des Papstes am nächsten Montag ist ein Ereignis, das Nachwirkungen haben wird", hofft er. Wenn die Fernsehkameras der Welt auf Marktl gerichtet sind, werde das die Gläubigen zu einem Besuch animieren. Deshalb haben er und Semmelmayr die nächstgrößere Stadt, Burghausen, den Landkreis und die Sparkasse als Investoren gewonnen und die Tourismusgesellschaft ordentlich mit Kapital ausgestattet. Mit Veranstaltungen rund um den Glauben wollen sie die Leute länger im Dorf halten.

Der Papst selbst hat in seinem engen Besuchsprogramm am kommenden Montag genau eine Viertelstunde für seinen Geburtsort vorgesehen. Einmal in die Taufkirche, dann ein Schlenker über den Marktplatz, das soll es schon gewesen sein. Doch Semmelmayr ist sich sicher, dass Benedikt länger bleibt: "Wenn er erst einmal die vielen bekannten Gesichter sieht, dann wird er nicht gleich wieder gehen."

Noch diesen Monat wird das Geburtshaus von Benedikt teilweise wieder geöffnet. Nächstes Jahr soll das historische Bauwerk dann nach der Renovierung komplett zugänglich sein. Pfarrer Josef Kaiser ist überzeugt, dass viele Gläubige gerne kommen: "Marktl ist neu, unverbraucht. Das interessiert die Menschen." Vielleicht erstrahlt irgendwann auch der verlassene, große Gasthof gegenüber der Kirche wieder in altem Glanz. "Bislang hat sich noch kein Investor gefunden", klagt Semmelmayr.

Regensburg. "Es hakt noch", sagt Roland Büchner und geht im Geiste die Partituren durch. Das "Kyrie" und "Agnus Dei" ebenso wie den Eröffnungsgesang "Wer glaubt, ist nie allein". Der Domkapellmeister steht hinter seinem schwarzen Flügel, 50 Knabenkehlen vor ihm. Die mächtigen Türme des Doms lugen durch die Fensterfront der Aula. Noch eine Woche, dann wird der Knabenchor auf der großen Freiluftmesse vor den Toren Regensburgs singen. 300 000 Menschen werden auf dem Islinger Feld, gleich neben der Autobahn nach Passau, erwartet. Und die "Regensburger Domspatzen" sind eine Hauptattraktion des Papstbesuches in der Donaustadt. "Nervös bin ich nicht", sagt Büchner und hat volles Vertrauen in seine Jungs. 2005 hat die Truppe ihre päpstliche Premiere bestanden: Privatkonzert mit 80 Domspatzen beim Heiligen Vater.

"Eine komische Akustik war das", sagt der 14-jährige Michael, der mit seinen Freunden Maximilian und Mario im Sopran stand, mitten in dem großen Konzertchor in der weltberühmten Kapelle. Schwer sei es gewesen, sich auf ihren Domkapellmeister Büchner zu konzentrieren, saß doch der Papst leibhaftig vor ihnen. Die drei Benedikts im Chor durften ihm eine CD überreichen, die sie dem Heiligen Vater gewidmet haben: "Die Regensburger Domspatzen singen für Papst Benedikt".

Für die Kinder ein echter Höhepunkt, genau wie der Titel des Fußballeuropameisters der Knabenchöre, den sie sich soeben gegen starke internationale Konkurrenz erkickt haben.

Benedikt und die Domspatzen: Das ist eine besondere Beziehung. Schließlich leitete Ratzingers Bruder Georg den Chor über 30 Jahre. Kaum war Benedikt im Amt, kamen Chormanager Christof Hartmann und Roland Büchner auf die Idee, dem Pontifex eine CD mit seinen Lieblingsliedern aufzunehmen.

50 000-mal sei die CD bislang verkauft worden. Konzerte und Tonträger bringen eine halbe Million Euro im Jahr. Doch es geht um mehr als Materielles: Büchner hofft durch den Papst-Boom auch auf Nachwuchs für den Sopran. Michael, Mario und Maximilian stehen nämlich vor dem Stimmbruch.

Freising. Erhaben fühlt sich der Betrachter, richtet er seinen Blick vom Freisinger Domhügel gen Süden. Am Horizont die Alpengipfel, davor das Voralpenland und die Dunstglocke Münchens. Links der Flughafen, über den Benedikt Bayern am Donnerstag wieder verlassen wird und der Freising zur Region mit der geringsten Arbeitslosigkeit Deutschlands gemacht hat. Münchens Aufstieg ist auch der Gnade Freisings zu verdanken, residierten in Freising doch schon Bischöfe, als München noch vorwiegend aus Holzhütten bestand.

Auch Ratzingers Aufstieg ist eng mit Freising verbunden. Die theologische Hochschule ist eine Kaderschmiede der Kirche, Ratzinger beginnt 1946 hier sein Theologiestudium. Hier wird er zum Priester gewählt, zum Professor für Dogmatik ernannt und 1977 zum Bischof von München und Freising.

Um 10 Uhr wird der Papst am Domberg erwartet, um dann Geistliche seiner Diözese wiederzutreffen. Am Schrein des Heiligen Korbinian will Benedikt beten - ganz still und nur für sich.

 

07.09.06 18:57
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7 Postings, 5080 Tage Super TenereGanz Bayern?

Das glaube ich nicht, selbst bei Ariva gibt es genug Gegenstimmen  

07.09.06 19:05
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15242 Postings, 5598 Tage quantasAriva ist nicht Bayern!

10.09.06 20:52

29669 Postings, 5587 Tage ScontovalutaBei uns ist jedenfalls seit Samstag Verkehrschaos.

Wer weiss, wer dran schuld ist. Vielleicht doch nur die Sicherheitsmassnahmen?  

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